Was ich mache

In verschiedenen Medien, allen voran dem Dokumentarfilm, beschäftige ich mich mit gesellschaftlich relevanten Stoffen. Dafür kombiniere ich künstlerische und intellektuelle Herangehensweisen. Jedes neue Projekt umfasst für mich die Suche nach einer spezifischen Ästhetik und Dramaturgie: die Form folgt aus dem Stoff.

 

Das Dokumentarische ist ein Erzählen im Konflikt. Es beginnt, wo meine Absichten als Autor, wo die Bilder in meinem Kopf, durch das was vor der Kamera passiert, in Frage gestellt werden. Die Stärken des abendfüllenden Dokumentarfilms liegen in der Zeit, die er sich dafür nehmen kann, in der einfachen Intensität von Leinwandmomenten, die für sich stehen, im Aushalten von Ambivalenzen, im Erhaschen von Wahrheit jenseits des sprachlich Fassbaren. Als Film ist Dokumentarfilm künstlerische Form, als Dokument einer torfilmischen Realität verpflichtet, so genau in der Beobachtung, so offen für seinen Gegenstand wie nur möglich.

 

Dokumentarfilme zu machen, bedeutet intensive, manchmal komplizierte Arbeitsbeziehungen zu Protagonisten. Das schönste Geschenk ist für mich, wenn die dokumentierten Personen die Gelegenheit ergreifen und vor der Kamera authentischer agieren als im wahren Leben, wenn sie direkter handeln und sich selbst ehrlicher erfahren. Die anschließende Filmmontage ist der Prozess, der sie für mehr stehen lässt als nur für sich selbst und sie gerade dadurch auch schützt.